Entscheidungen

entscheidungenViele Dinge im Schulalltag sind vorgegeben und auch wir Lehrerinnen haben in einigen Bereichen nur einen begrenzten Handlungsrahmen. Wir schauen aber immer genau, wo wir etwas finden, das die Selbstbestimmung fördert, dem Eigeninteresse Platz gibt und Wahlmöglichkeiten offen lässt. Oft sind es nur kleine Dinge im Alltag, aber wir denken, dass es trotzdem grundlegend das Gefühl ändert, ob ich mitbestimmen darf oder nur bestimmt werde. Für die Persönlichkeitsentwicklung ist es wichtig immer wieder Entscheidungen zu treffen und auch, eventuell negative, Konsequenzen zu erfahren. Aber das Gefühl, dass mein Handeln einen Unterschied macht, dass es nicht egal ist, was und wie ich es tue, möchten wir den Kindern gerne mitgeben.

Es ist nur logisch, dass ich für Dinge für die ich mich selbst entscheide mehr Eigeninitiative und mehr Motivation aufbringe.

Manche Kinder dürfen zu Hause eigene Entscheidungen treffen (Was ziehe ich an? Was möchte ich essen? Mit wem treffe ich mich zum Spielen?) und es fällt ihnen leicht eine Auswahl zu treffen. Andere Kinder sind mit einem großen Angebot zunächst überfordert und brauchen Hilfestellung beim Entscheidungsprozess.

Bei uns gibt es sowohl Wahlmöglichkeiten die einen nur selbst und solche, die die gesamte Klasse betreffen.

  • Arbeitsplatz. Jedes Kind hat zwar einen eigenen Platz, zum Arbeiten können sich die Kinder jedoch entscheiden, wo sie gerne und gut arbeiten können.
  • LernpartnerIn. Immer wieder hören wir “Ich mach das mit … gemeinsam” Manchmal folgt unsere Frage: “Glaubst du, dass ihr gut zusammen arbeiten könnt?”
  • Wochenplan. Die Kinder entscheiden selbst, wann sie welche Aufgabe, für wie lange machen wollen.
  • Wahlaufgaben. Kinder die mit ihrem Wochenplan/Tagesplan fertig sind wählen selbst, was sie noch zusätzlich lernen und üben möchten.
  • In der Pause. Die Kinder suchen sich selbst einen Platz zum Jause essen. Da Kinder die sich an einen fremden Tisch dazu setzen wollen dort zunächst nachfragen müssen, muss sich der “Tischbesitzer” entscheiden, ob ihm das Recht ist.
  • Turnstunde. Oft haben wir Lehrerinnen eine Bewegungslandschaft im Kopf, die wir gemeinsam aufbauen. Hier ist es dann Entscheidung des Kindes, welche Stationen es machen möchte. Oder wir überlegen gemeinsam, welche Stationen von wem gewünscht werden.
  • Sachunterrichtsprojekte. Auch wenn der Themenbereich meist festgelegt ist, entscheidet sich jedes Kind was es genau erforschen möchte. Zudem wählt es sich Arbeitspartner, die Form der Ausarbeitung und der Präsentation.
  • Freiarbeit. Da gibt es ziemlich viel Wahlmöglichkeiten. Mit welchem der vielen Materialien und Spiele möchte ich mich beschäftigen? Entscheide ich mich selbst mit zu spielen, oder schaue ich nur zu?
  • Singen. Wir haben ein Grundrepertoire an Lieder und oft fragen wir einzelne Kinder, auf welches Lied sie heute Lust haben.
  • Kleidung. Häufig kommen Kinder zu uns und fragen, ob sie sich die den Pullover/die Jacke/ die Schuhe ausziehen dürfen. Unsere Gegenfrage ist dann: “Ist dir warm?” Eine Überlegung die vorher oft nicht stattgefunden hat und die Entscheidung aber maßgeblich beeinflusst. Sich aufgrund des eigenen Körpergefühls zu entscheiden ist oft noch ungewohnt.
  • Hausaufgaben. Unsere Kinder wählen sich ihre Hausaufgabe selbst.

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