Warum soll ich …? – Die Kids mitnehmen

helfenWarum soll ich …? kommt von den Kindern immer wieder. Manchmal verstehen sie den Sinn einer Aufgabe nicht. Oder sie fragen nicht, aber durch ihre Arbeitsweise wird es deutlich.
Beim Arbeiten mit dem Faltblatt habe ich gesehen, dass manche Kinder die Wörter einfach abschreiben ohne das Blatt zu falten.
Ich habe mich mit ihnen hingesetzt und noch einmal erklärt, warum wir es so machen und dass es nicht darum geht, eine Aufgabe des Lehrers einfach zu erfüllen, sondern für sich selbst etwas zu lernen. Also:

Warum machen wir das Faltblatt?
Manche Wörter muss man lernen und am besten sich als Wortbild einprägen.
Das Faltblatt hilft dabei, da man eine Woche lang jeden Tag das Wort aus dem Gedächtnis schreiben muss.
Dann gibt es Übungen, bei denen man das Wort in einem anderen Zusammenhang schreibt. Das ist schon schwieriger, da man vordergründig an etwas anderes denkt.
Hierzu zählen: Ordne nach dem ABC, Ordne nach den Wortarten. Beim Sätze schreiben sollen die Kids es in ihren eigenen Kontext einbauen. Eine Steigerung wäre, die Wörter in eine Geschichte einzubauen.
Abschließend gibt es Übungen, bei denen geschaut wird, ob man es schon kann: Schleichdiktat, Partnerdiktat, Dosendiktat.

Ich habe ihnen auch erklärt, je mehr sie die Übungen, die wir machen nutzen, um dabei zu lernen, desto weniger müssen sie zu Hause üben.
Das war für viele ein Aha-Erlebnis.

Ich denke, genauso gibt es viele andere Inhalte, bei denen den Kindern nicht klar ist, um was es dabei wirklich geht. So erfüllen sie nur ihre Aufgabe, ohne wirklich mitarbeiten zu können. Sich hinzusetzen und zu erklären, warum wir was wie machen ist oft hilfreich. Genauso helfen die Kinder auch uns den Unterricht immer zu verbessern, da wir auch selbst überdenken, ob das, was wir von den Kindern verlangen wirklich sinnvoll ist. ;)

  1 comment for “Warum soll ich …? – Die Kids mitnehmen

  1. Gille
    23. November 2014 at 09:21

    Sehr schöner Beitrag! Vor allem den Bogen zu schlagen, dass über das ganz bewusste Begründen für uns immer auch eine Reflexion des einen Tuns einhergeht ist absolut richtig. Mich hält dieser Beitrag an, mir genau für die wichtigen Begründungen mehr Zeit zu nehmen. Wie schnell hat man zwar begründet und erklärt, aber einfach so schnell, dass das Aha-Erlebnis der Kinder dann doch ausbleibt, weil die Zeit nicht ausreichte, es auch im Kopf der Kinder ankommen zu lassen. Meine Baustelle und ihr habt mich motiviert, nicht aufzugeben! LG Gille

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