Fehler gehören zum Lernen

IMG_1439Wenn Kinder gewöhnt sind, dass die Lehrerin an der Tafel vorschreibt und sie genauso wunderschön und richtig ihre Hefte führen, fällt es diesen Kindern oft schwer, selbstständig zu arbeiten. Sie haben Angst, dass sie die Aufgabe falsch verstehen, Angst, dass sie Fehler machen, Angst vor schlechten Noten, Angst vor … . Diese Angst kommt meist nicht von den Lehrern, sondern sie kann von den Eltern kommen, die Kinder können etwas aufschnappen, etc. Manchmal ist sie einfach da und ich als Lehrerin kann sie aufgreifen und mit den Kindern thematisieren.

Da braucht es erst einmal ein Bewusstsein, dass Fehler zum Lernen dazugehören. Jedes kleine Kind fällt einige Male hin, bevor es gehen kann, jedes Kind blabbert vor sich hin, bevor es die ersten Wörter richtig sprechen kann. In diesem Alter freut man sich über jeden kleinen Schritt, den die Kinder machen.
Wenn die Kinder in die Schule kommen, hört das manchmal auf. Plötzlich müssen die Kinder alles richtig machen und am besten gleich von Anfang an.
Das normale Spielverhalten, mit dem die Kinder bis jetzt gelernt haben: Versuch, Irrtum, Können, Variation, Nachahmung, … ist im herkömmlichen Unterricht nicht mehr zielführend bzw. oft auch nicht erwünscht.

alle arbeitenIm offenen Arbeiten wird aber genau auf dem aufgebaut. Die Kinder dürfen ausprobieren, ihren eigenen Lernweg gehen, kleine Schritte machen und Fehler sind eine Möglichkeit, die aber in dem Fall nicht zum Ziel führt.
Oft freue ich mich als Lehrerin auch über Fehler, da ich diesen Aspekt sonst nicht beleuchten und erklären würde.
Fehler gehören zum Menschsein dazu und je besser ich mit ihnen umgehen kann, desto mehr können sie mein Leben bereichern.
Und wenn den Kindern wirklich ein großer oder sehr viele Fehler passiert sind, dann brauchen sie jemanden, der sie lieb hat und sie wieder aufbaut. Wir entwickeln in so einem Fall einen Plan mit dem Kind, wie es sein Ziel erreichen bzw. die Sache wieder gut machen kann.

So wie wir selbst nach dem Motto von Anthony de Mello leben: “Diejenigen, die keine Fehler machen, machen den größten aller Fehler: sie versuchen nichts Neues”, wollen wir den Kindern diese Einstellung mitgeben.

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