Aufdrehen – fertig – los!

Die meiste Zeit arbeiten und leben wir gegen die Zeit, leben im Stress, hetzen hinterher und haben am Ende des Tages trotzdem das Gefühl nicht genug geschafft zu haben. Irgendwie bekannt?

Schon vor Jahren haben wir begonnen uns mit der Pomodorotechnik von Francesco Cirillo zu befassen und seit dem machen wir “Tomaten”. Auch dass dieser Blog hier in relativ kurzer Zeit entstanden ist haben wir den Tomaten zu verdanken, da wir damit inzwischen echt effektiv Dinge erledigen. “Machen wir morgen wieder eine Tomate?”, so der gängige Spruch zwischen Kathi und mir. Bevor wir aber mit diesen Teamtomaten begonnen haben, haben wir einzeln für uns experimentiert und die Welt der Tomaten erkundet.

Was ist eine Tomate? Eine Tomate ist eine Zeiteinheit von 25 Minuten. Mit dieser Zeit kann ich zu Beginn einfach spielen.

  • Wie viel Haushalt kann ich in 25 Minuten schaffen?
  • Schaffe ich in 25 Minuten die Hausaufgaben zu verbessern?
  • Was möchte ich mir jetzt 25 Minuten lang Gutes tun?
  • Wie viele Tomaten brauche ich, um die Vorbereitung für morgen zu erledigen?
  • Kann ich mir jeden Tag eine Tomate Zeit nehmen für eine Runde Sport?

Um die Zeit gut überprüfen zu können eignen sich verschiedene Zeitmesser: eine Eieruhr, die Stoppuhr am Handy, Apps oder ein TimeTimer.

Wichtig ist, dass ich mir genau vornehme, was ich in der Tomate machen will – und dann mache ich das … und nichts anderes. Wenn ich vorhabe 25 Minuten lang Mails zu beantworten hole ich mir in dieser Zeit auch keinen Kaffee oder surfe im Internet ;-)

Nach jeder Tomate kommt normalerweise eine Pause von 5 Minuten. Am Anfang finde ich es aber nur spannend, mal diese Zeiteinheiten zu erleben und ein Gefühl dafür zu bekommen.

Viele meinen jetzt sicher (wie auch ich vorher): „Ich werd mir doch nicht selbst so ein Korsett auferlegen und noch mehr Stress und Druck in meinem Alltag haben. Und außerdem komm ich auch so ganz gut klar.“

Vielleicht muss man es wirklich selbst ausprobieren und sich darauf einlassen, damit man merkt wie viel Gutes man sich tun kann, wenn man am Ende mit und nicht gegen die Zeit lebt.

Wer hat Lust unsere erste Trainingskarte selbst zu testen? Einfach durchlesen, ausdrucken und mitmachen. Über Feedback und Erfahrungsberichte freuen wir uns :-)

Aufdrehen – fertig – los!

Download: Aufdrehen – fertig – los!

Tomaten fürs Klassenzimmer

by Katharina Brandhuber

Genauso kann ich mit den Kindern diese Fertigkeit trainieren. Dazu haben wir eigene Kinder-Trainingskarten erstellt, die man ausdrucken, folieren und mit den Kindern machen kann.

Fürs offene Arbeiten ist es wichtig, dass die Kinder sich die Zeit einteilen können, sich nicht bei einer Sache vertrödeln, im Blick haben, was noch zu tun ist und sich und die Arbeit  einschätzen können.
Eine Möglichkeit das zu trainieren sind die Tomaten. Sie geben Kindern klare Strukturen und hilft, zielgerichtet zu arbeiten.
Eine Tomate ist je nach Alter in der ersten Klasse eine Zeiteinheit von 5 – 10 Minuten, in der 4. Klasse schon 25 Minuten.

Wenn ich mit den Kindern mit Tomaten beginnen möchte, kann ich sie sensibilisieren, was sie allles in z.B. 10 Minuten schaffen.
Mögliche Aufgabenstellungen sind:

  • Wie viele Rechnungen rechne ich in 10 Minuten?
  • Wie viele Sätze kann ich in 10 Minuten richtig abschreiben?
  • Wie viele Sätze kann ich in 10 Minuten selbst erfinden?
  • Wie viele Seiten lese ich in 10 Minuten?
  • Wie viele Lernwörter kann ich in 10 Minuten üben?
  • Welches Spiel geht sich in 10 Minuten aus?

Ich würde am Anfang nur eine Frage herausnehmen und diese dreimal die Woche mit den Kindern machen. Das heißt, wir klären die Fragestellung, so dass jeder weiß, was zu tun ist, dann stelle ich den Timer und los gehts. Nach 10 Minuten reflektieren wir:

  • Was habe ich geschafft?
  • Hat es Spaß gemacht?
  • Bin ich zufrieden?
  • Was möchte ich nächstes Mal anders machen?

Jedes Kind kann auch in seinem Lerntagebuch vermerken, was es geübt hat:

Dann kann ich beginnen jeden Tag in der Früh eine Frühtomate machen. Die Kinder lesen im Tandem, rechnen mit der (Kopf)Rechenkartei, etc. und irgendwann haben wir das Gefühl, was sich in einer Tomate ausgeht. Die Kinder können auch eine Freiarbeitstomate machen oder sie suchen aus, was sie in der Tomate üben wollen.

Aufdrehen  fertig  los!_Kinder_RahmenDownload Kinderkarte: Aufdrehen – fertig – los!

  6 comments for “Aufdrehen – fertig – los!

  1. Si Ri
    14. März 2015 at 08:15

    Hallo,
    Oh, das klingt interessant!
    Buch und „Tomate“ bestellt – das werde ich ausprobieren. In der Schule und daheim…
    Danke für den Tipp!
    Lg Silke

    • Birgit Seewald-Görig
      14. März 2015 at 11:29

      Danke Silke!
      Bin gespannt, welche Erfahrungen du machst 🙂

      Liebe Grüße
      Birgit

      • Si Ri
        14. März 2015 at 15:49

        Ich bin auch wirklich gespannt und werde berichten! Ich kämpfe in meiner Klasse gerade sehr mit Unruhe und Unkonzentriertheit – ich denke, da könnte die Tomate helfen…
        Oben im Text steht, das ist die erste Trainingskarte. Gibt es noch mehr? Bekommen wir die hier auch zu sehen? Ich bin wirklich „angefixet“

        • Katharina Brandhuber
          15. März 2015 at 10:10

          Hi Silke,
          wir bereiten gerade die nächste Karte vor. 🙂
          Ich kenne das mit der Unkonzentriertheit.
          Ich habe mit Abschreibtomaten begonnen, da ich die vielen Fehler überflüssig fand.
          Bin gespannt, wie es dir dabei geht.
          Alles Liebe
          Katharina

          • Si Ri
            18. März 2015 at 22:52

            So, mein Buch ist heute angekommen

  2. frau mahlzahn
    14. März 2015 at 11:12

    Hi,
    ich finde das einen sehr interessanten Ansatz und kann mir gut vorstellen, dass es in meiner Klasse funktioniert. Vielleicht hilft das ja meinen kleinen Trödlern.
    LG Malzi

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