Tagespläne für die erste Klasse

Tagesplan 1 klasseIn der ersten Klasse beginnen die Kinder mit einem Tagesplan. Da stehen jeden Tag die selben Zeichen bzw. Aufgaben drauf:

  • Rechnen: Jeder rechnet im Mathebuch in seinem Tempo. Wir kreisen die Seitenzahlen im Buch bis dorthin ein, wo ein neues Thema beginnt und eine gemeinsame Erarbeitung notwendig ist. Bei Kindern mit wenig Selbstorganisation schreiben wir den Wochentag im Buch dazu.
  • Schreiben: Die Kinder suchen sich mindestens einen Buchstaben aus ihrer Buchstabenmappe pro Woche aus. Zusätzlich schreiben sie jeden Tag fünf lautgetreue Wörter mit der Anlauttabelle. (ca. bis Allerheiligen, dann bekommen sie pro Woche einen Schreibanlass.)
  • Lernworttraining: Die Kinder erhalten jede Woche neue Lernwörter auf einem Faltblatt, das sie jeden Tag bearbeiten.
  • Lesen: Die Kinder haben eine von uns zusammengestellte Lesemappe, in der sie jeden Tag eine Seite lesen. Sie beinhaltet vor allem Übungen zum sinnerfassenden Lesen. Wenn ein Text vorgelesen werden soll, steht ein “U:” dabei, damit der Zuhörer unterschreiben kann. Mit den Lies mal Heften arbeiten die Kinder auch sehr gerne. 
  • Material: Auf einem kleinen Arbeitsteppich sammeln wir die Lernmaterialien, die zum Lernstoff passen. Diese sind genauso “Pflicht”, wie die Arbeitsblätter oder Rechenbuchseiten.
  • Schreibanlass Bildgeschichten, Buchstabengeschichten, Schreib-weitergeschichten, freie Geschichten.
  • Computer: Am Computer üben die Kinder mit der Lilo Lesewelt CD, ausgewählten Programmen zu Deutsch und Mathematik sowie der Playway CD-Rom.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

  4 comments for “Tagespläne für die erste Klasse

  1. Bettina
    12. Januar 2015 at 19:57

    Ich finde die vielen Gedanken zum offenen Lernen sehr interessant. Bin kurz davor, selbst damit zu beginnen. Allerdings ist mir noch nicht ganz klar, was passiert, wenn es Kinder gibt, die ihre Arbeit nicht schaffen. Machen die das dann als Hausaufgabe? Werden die anderen mit Zusatzmaterial beschäftigt, damit alle so halbwegs auf dem gleichen Stand sind oder arbeiten die Schnellen einfach weiter? Irgendwann müssen ja aber alle den Lernstoff der 1. Klasse geschafft haben.
    Das macht mir noch ein bisschen Sorgen.

    Viele liebe Grüße,
    Bettina

  2. Birgit Seewald-Görig
    15. Januar 2015 at 16:36

    Liebe Bettina!

    Beim offenen Arbeiten gibt es genauso wie beim gebundenen Unterricht Kinder, die schneller oder langsamer arbeiten. Durch eine offene Arbeitsweise kann man dem aber ganz gut Rechnung tragen, da wir auf das unterschiedliche Tempo eingehen können.

    Grundsätzlich haben unsere Wochenpläne „Pflichtaufgaben“ und „Wahlaufgaben“. Die Pflichtaufgaben müssen auf jeden Fall VOR den Wahlaufgaben erfüllt werden – notfalls auch als Hausaufgabe. In solchen Fällen schauen wir immer genau, warum das Pensum sich nicht in der Schule ausgeht. Ist der Plan passend? Wie ist die Arbeitsorganisation? Sitzpartner? Arbeitshaltung? Konzentration? Kognition? Psychische Verfassung? … ? Finden wir da einen Ansatzpunkt, versuchen wir darauf einzugehen und beobachten weiter.

    Für einzelne Kinder ist vielleicht sogar der Pflichtplan noch zu viel, und wir schauen ganz individuell, was wir weglassen könnten, ohne dass echte Lücken entstehen.

    Manchmal hilft es auch, wenn ein Kind ganz weit hinten ist, mit ihm gemeinsam die Aufgaben zu erledigen und zwar in einer anderen Form. Ich frage mich dann z.B. bei einer Aufgabe im Deutschbuch, was mir dabei wichtig ist: Das Schreiben – dann helfe ich dem Kind inhaltlich und das Kind muss nur noch schreiben. Der Inhalt – dann übernehme ich die Schreibarbeit und das Kind sagt mir die Aufgabe an, d.h. es löst sie mündlich. So können Arbeiten in 5 Minuten erledigt sein, für die das Kind alleine eine ganze Stunde gesessen wäre. Das ist zwar keine Dauerlösung, aber hilft über schwierige Phasen hinweg.

    Unter „Wahlaufgaben“ haben wir oft ergänzendes Material, Aufgaben am Computer, Vertiefung in einem Gebiet, Kniffelaufgaben … oder die Kids kommen selber mit Vorschlägen: „Darf ich … machen?“

    Eine weitere Möglichkeit ist die Arbeitsblätter inhaltlich zu differenzieren und die Schwierigkeitsstufe z.B. farblich oder mit Sternen zu markieren. Da kann ich dann entweder die Kinder sich selbst einschätzen und entscheiden lassen, oder vorgeben, wer welche Schwierigkeitsstufe macht.

    Kinder die wirklich schnell und ordentlich arbeiten und wissbegierig sind bremsen wir nicht, sondern bieten ihnen Aufgaben auf ihrem Level an.

    Liebe Grüße
    Birgit

    • Bettina
      15. Januar 2015 at 18:35

      Liebe Birgit,

      vielen herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort, die mich wieder ein Stückchen weiterbringt. Ich denke, ich werde das jetzt erstmal in einem Fach ausprobieren. Wenn das gut klappt, probiere ich weiter. Dann habe ich selbst auch die nötige Sicherheit.
      Vielleicht kann ich ja auch noch eine Kollegin überreden, es mit mir zusammen auszuprobieren. Das wäre mir am liebsten. Ihr arbeitet ja auch als Team und profitiert von euren gemeinsamen Ideen.

      Liebe Grüße,

      Bettina

      • Birgit Seewald-Görig
        17. Januar 2015 at 22:56

        Liebe Bettina!

        Gemeinsam mit einer Kollegin zu starten finde ich super … Ideen austauschen, Perspektiven abgleichen, Probleme analysieren, Feedback geben und bekommen … einfach jemanden zu haben, der in einer ähnlichen Situation steckt 😉

        Auch die Idee sich langsam heran zu tasten ist gut. Ich breche die Dinge auch gerne in überschaubare Happen runter, möglichst so kleine Schritte am Anfang, dass sie auf jeden Fall funktionieren können. Wenn ich merke, dass ich auf einem guten Weg bin, werden meine Schritte größer und ich bin froh über das bereits erarbeitete Fundament, auf das ich notfalls zurück greifen kann.

        Liebe Grüße!
        Birgit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.